Heiliges Jahr der Barmherzigkeit
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Auf diesen Seiten finden Sie die wichtigsten Informationen über das Heilige Jahr 

  • Rembrandt, Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

    Die Bedeutung des Heiligen Jahres

    Heilige Jahre, so steht es im Lexikon für Theologie und Kirche dienen in „besonderer Weise der Heiligung der Gläubigen …, zunächst durch die Pilgerfahrt zu den Hauptkirchen Roms und die darin ausgedrückte Bereitschaft zur Umkehr, besiegelt in der Feier der Sakramente v.a. der Buße und des Altars“.

    Papst Bonifatius VIII. hat im Jahr 1300 die hebräische Tradition des „Jobeljahres“ (heute „Jubeljahr“ oder „Jubiläum“) wieder entdeckt. So ein „Erlaß- und Befreiungsjahr“ (vgl. Lev 25,8 / Lev 21,14 und Num 36,4) fand im alten Israel alle 50 Jahre statt. Grund und Boden, der in den letzten 49 Jahren aus Not verpfändet oder verkauft werden mussten, wurden ihren ursprünglichen Besitzern zurück gegeben. Im Jahr 1475 wurde der Rhythmus der Heiligen Jahre auf 25 festgelegt, der von „außerordentlichen Heiligen Jahren“ immer wieder unterbrochen wurde. Papst Franziskus hat auch einen bestimmten Grund, warum er diesen Rhythmus unterbricht: Das Thema Barmherzigkeit liegt im sehr am Herzen.

    Die „Verkündigungsbulle von Papst Franziskus zum Außerordentlichen Jubiläum der Barmherzigkeit“ vom 11. April 2015 beginnt mit den Worten „Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters“ (lat: „misericordiae vultus …“). Schon kurz nach seiner Wahl zum Papst hat Franziskus immer wieder auf die Barmherzigkeit verwiesen. Der Spruch in seinem Papstwappen hat er schon als Bischof gewählt und als Papst beibehalten: „Miserando atque eligendo” („mit Erbarmen und Erwählen“), ein Zitat aus einer Predigt des hl. Beda Venerabilis, der die im Evangelium überlieferte Episode der Berufung des hl. Matthäus (Mt 9,9-13) folgendermaßen kommentiert: „Vidit ergo lesus publicanum et quia miserando atque eligendo vidit, ait illi Sequere me” (Jesus also sah den Zöllner, und da er ihn aus Barmherzigkeit gewählt ansah, sagte er zu ihm: Folge mir). Barmherzigkeit und Berufung gehören für Papst Franziskus zusammen.

    Das außerordentliche Heilige Jahr der Barmherzigkeit steht unter dem Motto „Barmherzig wie der Vater“ (Lk 6,36). Es beginnt am 08.12.2015 und endet am 20. November 2016. Erstmals in der Geschichte der Heiligen Jahr dürfen auch in den einzelnen Diözesen Heilige Pforten geöffnet werden. In Regensburg wird dies am 13.12.2015 geschehen. Die Heilige Pforte wird das Portal der Karmelitenkirche sein, da diese als Anbetungs- und Beichtkirche der Stadt Regensburg gilt.

    Am 8.12. eröffnet Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit, das uns bis zum 20. November 2016 begleiten wird. Hier finden Sie alle grundlegenden Informationen zu diesem Außerordentlichen Jubiläum. 

    Weiterführende Informationen zum Jahr der Barmherzigkeit, Bilder und Hintergrundwissen finden Sie noch auf den Barmherzigkeitshomepages

    der deutschen Bischofskonferenz

    und

    der offiziellen Barmherzigkeitswebseite des Vatikans.

  • © Schredl


    Zum ersten Mal gibt es nicht nur eine Heilige Pforte in Rom, sondern in jedem Bistum. Meist befinden sich die Heiligen Pforten in den Kathedralkirchen der Bistümer.

    Doch weit darüber hinaus gibt es viele Heilige Pforten verteilt über das ganze Bistum. Damit soll ermöglicht werden, dass möglichst viele Menschen die Möglichkeit bekommen, eine Heilige Pforte zu durchschreiten, ohne dafür extra nach Rom fliegen zu müssen.

    Auch im Bistum Regensburg gibt es zahlreiche Heilige Pforten zu entdecken:

    Die Heiligen Pforten im Bistum Regensburg.

  • Papst Franziskus: Einladung zum Jahr der Barmherzigkeit

     

    Ankündigung des Heiligen Jahres

    Am 13. März 2015 hat Papst Franziskus eine Predigt zur Ankündigung des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit gehalten.

    Lesen Sie hier die deutsche Fassung der Predigt

    Hier können Sie sich die Predigt als PDF downloaden

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    Botschaft der deutschen Bischöfe

    Die ganze Botschaft der deutschen Bischöfe können Sie noch einmal als PDF nachlesen.

    Papst Franziskus hat ein außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Was ist ein Heiliges Jahr? Anknüpfend an die alttestamentliche Tradition des „Jubeljahres“, das alle 50 Jahre begangen wurde, kennt die katholische Kirche „Heilige Jahre“. Sie werden in der Regel alle 25 Jahre gefeiert: Es geht um das Geschenk einer umfassen- den Vergebung und um die Einladung, die Beziehung mit Gott und den Mitmenschen zu erneuern. Jedes Heilige Jahr ist eine Chance zur Vertiefung des eigenen Glaubens und zum Wachsen in der Nachfolge Christi.

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    Papstbulle "Misericordiae Vultus"

    Mit der Bulle „Misericordiae Vultus“ – zu Deutsch „das Antlitz der Barmherzigkeit" – ruft Papst Franziskus das Heilige Jahr der Barmherzigkeit aus, das am 8. Dezember 2015 begonnen hat.

    Hier die deutsche Übersetzung:


    Franziskus
    Bischof von Rom
    Diener der Diener Gottes
    erbittet allen Lesern dieses Schreibens Gnade, Barmherzigkeit und Frieden


    Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters. Das Geheimnis des christlichen Glaubens scheint in diesem Satz auf den Punkt gebracht zu sein. In Jesus von Nazareth ist die Barmherzigkeit des Vaters lebendig und sichtbar geworden und hat ihren Höhepunkt gefunden. Der Vater, der „voll des Erbarmens“ ist (Eph 2,4), der sich Mose als „barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue“ (Ex 34,6) offenbart hatte, hat nie aufgehört auf verschiedene Weise und zu verschiedenen Zeiten in der Geschichte seine göttliche Natur mitzuteilen.

    Als aber die „Zeit erfüllt war“ (Gal 4,4), sandte Er, seinem Heilsplan entsprechend, seinen Sohn, geboren von der Jungfrau Maria, um uns auf endgültige Weise seine Liebe zu offenbaren. Wer Ihn sieht, sieht den Vater (vgl. Joh 14,9). Jesus von Nazareth ist es, der durch seine Worte und Werke und durch sein ganzes Dasein die Barmherzigkeit Gottes offenbart.



    Lesen Sie hier die gesamte http://www.iubilaeummisericordiae.va/content/gdm/de/giubileo/bolla.htmlVerkündigungsbulle in deutscher Fassung

    Hier können Sie sich die http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/dossiers_2015/2015-04-11_Verkuendigungsbulle-Heiliges-Jahr.pdfVerkündigungsbulle als PDF downloaden


  • © fotolia.com/sabine hürdler

    Alles rund um das Thema Ablass

    Mit der Teilnahme am Heiligen Jahr ist auch ein Ablass verbunden. Doch um diesen zu erlangen gibt es ein paar Voraussetzungen zu erfüllen. Worum handelt es sich eigentlich genau bei einem Ablass? Und welche Voraussetzungen müssen für diesen Ablass erfüllt sein?

    Diese Fragen möchte Ihnen Bischof Rudolf Voderholzer in seinem Beitrag näherbringen.
     

    Bischof Rudolf Voderholzer: Der Ablass ist besser als sein Ruf

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    Logo zum Jahr der Barmherzigkeit

    Papst Franziskus hat zum Heiligen Jahr der Barmherzigkeit auch ein eigenes Logo entwickeln lassen. Dieses ist ein Werk des Jesuiten Marko I. Rupnik und zeigt den Sohn, der sich den verlorenen Menschen auf die Schultern lädt. Das Bild zeigt, wie der gute Hirte in direkten Kontakt mit dem Menschen kommt.

    Er tut dies mit einer Liebe, die in der Lage ist, Leben zu verändern. Der gute Hirte trägt die Menschheit mit außerordentlicher Barmherzigkeit auf den Schultern und seine Augen verbinden sich mit denen des Menschen. Christus sieht mit dem Auge Adams, und dieser mit dem Auge Christi.

    Jeder Mensch entdeckt also in Christus, dem neuen Adam, die eigene Menschlichkeit und, indem er in Christi Blick die Liebe des Vaters wahrnimmt, die Zukunft, die ihn erwartet. Die Szene ist von einer sogenannten Mandorla, einer mandelförmigen Figur, eingefasst.

    Diese in der antiken und mittelalterlichen Ikonographie beliebte Form deutet die gleichzeitige Präsenz der göttlichen und der menschlichen Natur in Christus an. Die drei konzentrischen Ovale mit ihrem progressiven, nach außen immer heller werdenden Farbverlauf symbolisieren die Bewegung Christi, der den Menschen aus der Nacht der Sünde und des Totes zum Licht bringt. Auf der anderen Seite steht die tiefdunkle Farbe im Zentrum auch für die Undurchdringlichkeit der Liebe des Vaters, der alles verzeiht.

     

    Meditation zum Logo

    Quelle: Br. Helmut Rakowski OFM Cap in: Deutsche Bischofskonferenz, Arbeitshilfen Nr. 278 „Das Heilige Jahr“, S 3-4

    Der Gute Hirte ist leicht zu erkennen. Doch das verlorene Schaft, das schwache Lamm, das verletzte Glied der Herde – es ist ein konkreter Mensch mit einem Gesicht und ganz sicher mit einem Namen und einer ganz persönlichen Geschichte. Der Gute Hirte fragt nicht, ob all das zu ihm passt. Er lädt sich die Last auf die Schultern, fraglos, ohne Angst, sich schmutzig zu machen.

    Er scheut den direkten Kontakt nicht. Die (er)tragende Liebe des Gottessohnes ist in der Lage, Leben zu verändern. In seinen Wunden ruht der Verwundete. Die beiden Figuren verschmelzen geradezu. Christus sieht mit dem Auge Adams. Er kennt dessen Geschichte, weiß um dessen Leiden, spürt dessen Hoffnung. Und Adam beginnt – indem er sich von Gott erfassen lässt – mit dem Auge Christi zu schauen.

    In ihm, dem neuen Adam, können wir die eigene Menschlichkeit entdecken, denn in Christus begegnet uns die Liebe des Vaters. In ihm sehen wir die Zukunft, die uns erwartet. Jesus Christus ist das Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters, schreibt Papst Franziskus. Seine grenzenlose Barmherzigkeit umfasst uns. Lassen wir uns davon ergreifen und verwandeln!

    „Barmherzig wie der Vater“ – Das Wort aus dem Lukasevangelium (6,36) lädt uns ein, nach dem Vorbild des Vaters zu leben. So wie der Vater uns nicht verurteilt, sollen auch wir nicht vorschnell urteilen und erst recht nicht verurteilen. Nicht siebenmal gilt es zu verzeihen, sondern siebenundsiebzigmal, immer wieder aufs Neue, maßlos. Das Bild zeigt die Last, die eine solche Haltung mit sich bringt, aber auch die Bereitschaft Gottes, uns zu (er)tragen. Gott macht den Anfang! Er lädt uns ein, Teil seiner Bewegung zu werden.


  • Offizielles Lied

    Für das Heilige Jahr der Barmherzigkeit wurde eigens ein Lied komponiert. Der italienische Jesuit Eugenio Costa hat dazu den Text verfasst.

    Die Musik dazu stammt vom britischen Komponisten Paul Inwood.



    "Misericordes sicut Pater!"
    (deutscher Text)

    1.
    Dankt dem Vater, denn er ist gut
    Er schuf die Welt in Weisheit
    Er führt sein Volk durch die Geschichte
    Er vergibt seinen Kindern und schließt keines aus.

    2.
    Dankt dem Sohn, dem Licht der Völker
    Er liebte uns aus ganzem Herzen
    Wir wollen ihn lieben, wie er uns geleibt hat
    Und die Herzen für jene öffnen, die hungern und dürsten

    3.
    Bitten wir den Heiligen Geist um seine sieben Gaben
    Er ist Quelle aller Güte und Hilfe in aller Not
    Von ihm gestärkt, lasst uns einander stärken
    Denn die Liebe hofft und hält allem stand.

    4.
    Bitten wir um Frieden von Gott allen Friedens
    Die Welt wartet auf die Botschaft des Reiches Gottes
    Freude und Vergebung werden sein in den Herzen aller Kleinen
    Der Himmel und die Erde werden erneuert.

    M: Paul Inwood
    T: P. Eugenio Costa S

     

    Die Partitur des Liedes als PDF downloaden

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    Gebet

    Es gibt auch ein eigenes Gebet zum Jahr der Barmherzigkeit. Dies könnte man z.B. vor Gruppenstunden, Pfarrgemeinderatssitzungen oder vor Beginn des Unterrichts beten:

    Herr Jesus Christus,

    du hast uns gelehrt, barmherzig zu sein wie der himmlische Vater,
    und uns gesagt, wer dich sieht, sieht ihn.
    Zeig uns dein Angesicht, und wir werden Heil finden.
     
    Dein liebender Blick
    befreite Zachäus und Matthäus aus der Sklaverei des Geldes;
    erlöste die Ehebrecherin und Maria Magdalena davon,
    das Glück nur in einem Geschöpf zu suchen;
    ließ Petrus nach seinem Verrat weinen
    und sicherte dem reumütigen Schächer das Paradies zu.
    Lass uns dein Wort an die Samariterin so hören,
    als sei es an uns persönlich gerichtet:

    „Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht!“
    Du bist das sichtbare Antlitz des unsichtbaren Vaters
    und offenbarst uns den Gott, der seine Allmacht vor allem
    in der Vergebung und in der Barmherzigkeit zeigt.
    Mache die Kirche in der Welt zu deinem sichtbaren Antlitz,
    dem Angesicht ihres auferstandenen und verherrlichten Herrn.
     
    Du wolltest, dass deine Diener selbst der Schwachheit unterworfen sind,
    damit sie Mitleid verspüren mit denen, die in Unwissenheit und Irrtum leben.
    Schenke allen, die sich an sie wenden,
    die Erfahrung, von Gott erwartet und geliebt zu sein
    und bei ihm Vergebung zu finden.
     
    Sende aus deinen Geist und schenke uns allen seine Salbung,
    damit das Jubiläum der Barmherzigkeit ein Gnadenjahr des Herrn werde
    und deine Kirche mit neuer Begeisterung
    den Armen die Frohe Botschaft bringe,
    den Gefangenen und Unterdrückten die Freiheit verkünde
    und den Blinden die Augen öffne.

    So bitten wir dich,
    auf die Fürsprache Marias, der Mutter der Barmherzigkeit,
    der du mit dem Vater in der Einheit des Heiligen Geistes
    lebst und herrschst in alle Ewigkeit.  
                                    
    Amen.